Literatur für alle

Texte eröffnen Welten und im Oktober öffnet sich die Welt der Texte in Zürich: ein Blick durch die Lupe auf das Jubiläumsprogramm von «Zürich liest».

Kulturelle Aneignung im Fokus

Wer sich für die gegenwärtig-relevanten Debatten rund um kulturelle Aneignung interessiert, sollte die Veranstaltung My culture is not a costume nicht verpassen. Nina Reuther, Kulturwissenschaftlerin und Vermittlerin, zeigt in ihrem Text auf, wie zeremonielle Kleidungsstücke und Schmuck in den indigenen Kulturen Nordamerikas auf komplexe Art und Weise kodiert und Ausdruck von Identität und Geschichte sind. Sie lädt dazu ein, bewusster über kulturelle Darstellungen zu sprechen und diskutiert die Tragweite «weisser» Aneignung.

Ort: Nordamerika Native Museum
Zeit: Mi 22.10. / 18:30 – 20:00

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Nordamerika Native Museum NONAM

Zürich liest – My culture is not a costume

Warum bezeichnen Indigene «Indianer»-Kostüme als herabwürdigend? Für die einen harmlose Kindheitserinnerung und Karnevalspass, für die anderen ...

Zwischen Erinnerung und Wahrheitssuche

Der Titel des neuen Romans von Olga Lakritz so öppis wie d wahrheit gibt die Marschrichtung des Textes vor. Erzählt wird aus der Perspektive einer jungen Frau, deren Freund ums Leben kommt. Sein Tod wirft Fragen auf. Das links-aktivistische Milieu in dem die Erzählerin sich bewegt verdächtigt die Polizei. Was hat die Ich-Erzählerin vom Geschehen mitbekommen? Ihre Erinnerungen verschwimmen und fragmentarisch tastet sie sich auf eine Wahrheit zu. Erzählt in Mundart und mit viel Gespür für Klang und Rhythmus gelingt dem Text beeindruckend der Sprung vom persönlichen Erleben zu gesellschaftlichen und politischen Verflechtungen. 
Moderation: Fatima Moumouni

Ort: Sogar Theater
Zeit: Do 23.10. / 19:00 – 20:00

so öppis wie d wahrheit

Sogar Theater

so öppis wie d wahrheit

Ein linker Aktivist kommt ums Leben. Sein Umfeld verdächtigt die Polizei, es kommt zu Demonstrationen und Unruhen, mittendrin: die Partnerin des ...

Rap, Reim und Widerstand

Rap wurde als Ausdruck des Widerstandes gegen Ungleichheit, Ungerechtigkeit und Ausgrenzung geboren. Die Kunstform – das Zusammentreffen von Worten und Beats – hat ihre eigenen Regeln und sprachlichen Mitteln. Zwei Stimmen des Schweizer Rap, an unterschiedlichen Stellen ihrer Karrieren, diskutieren, was das «Pen Game» und andere Stilmittel im Rap für eine Rolle haben. Zum einen Soukey, die junge Berner Rapperin, die mal melancholisch, oft wütend, aus dem Alltag einer queeren BIPoC erzählt. Ihr gegenüber: das Rap-Urgestein Gimma aus Graubünden, der sowohl für provozierenden Battle-Rap bekannt ist, aber auch immer wieder seine psychische Gesundheit und Depressionen behandelt.   
Moderation: Migmar Dolma

Ort: Karl der Grosse  
Zeit: Do, 23.10. / 20:00 – 21:45

Pen Game & Protest: Rap als widerständige Kunstform. Mit Soukey und Gian-Marco «Gimma» Schmid

Zürich liest

Pen Game & Protest: Rap als widerständige Kunstform. Mit Soukey und Gian-Marco «Gimma» Schmid

Rap ist aus Trotz geboren – als Antwort auf Ausgrenzung, Armut und Rassismus in den Strassen der South Bronx. Bis heute bleibt Rap Ausdruck von ...

Leif Randt und die sanften Realitäten

Leif Randts Romane umgeben eine sanfte Wolke der Relativierung. Er selbst sagt von seinen Texten, dass sie «leicht sedierte Realitäten» wiedergeben. Im neuesten Werk Let's Talk About Feelings ist diese Realität eine beschönigte Parallelwelt unserer Gegenwart. Keine Kriege, kein Putin und Bernie Sanders statt Trump. Mittendrin der 41-jährige Marian Flanders, der eine Boutique in Berlin betreibt. Als seine Mutter stirbt beginnt ein Jahr der Verwandlung. Im sprachlichen Gewand der Pop-Literatur erfahren wir von flüchtigen Liebesbeziehungen, Konsum und dem omnipräsenten Gefühl, «modisch» zu sein. All das, ohne gleichgültigen Nihilismus, sondern mit freundschaftlichem Gleichmut. Diese Position des sanft-seichten Middle-Age-Mannes ist in einer Zeit riesiger männlicher Egos durchaus erfrischend.
Moderation: Salomé Meier

Ort: Karl der Grosse Zürich
Zeit: Fr 24.10. / 18:00 – 19:30

«Let's Talk About Feelings» – Leif Randt

Zürich liest

«Let's Talk About Feelings» – Leif Randt

Nach dem Tod seiner Mutter Carolina organisiert Marian eine Trauerfeier: keine Kirche, sondern ein altes Partyboot auf dem Wannsee. Die Asche versinkt im ...

Von Silvan Preisig am 16. Oktober 2025 veröffentlicht.

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